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THUMB im Jahre Acht. Die Geschichte der Gütersloher, die in einem miefigen Proberaum im November 1993 seinen Ursprung fand, wurde Ende Juni 2001 mit dem dritten Album "3" endlich weitergeschrieben. Der Weg bis dahin war lang und streckenweise steinig.

1994 steht im Zeichen des Probens, erste Tapes werden in Eigenregie aufgenommen und kopiert. Jens 'Lupe' Gössling stößt als Letzter im Oktober zur Band und eröffnet mit seinen Plattenkratzereien ganz neue Sichtweisen. Erste Plattenfirmen melden Interesse an. Dann wird ein Gang zugelegt. EMI bekommt im März 1995 den Zuschlag und schon ein halbes Jahr später, am 14. September, steht das Debüt THUMB in den Läden. Ein neuer Stern am Crossover-Himmel ist aufgegangen. Mit Genreverwandten Bands wie Schweisser, Bad Religion, Dog Eat Dog, Henry Rollins und Such A Surge lassen sich die Fünf in den kommenden zwei Jahren auf den Bühnen der Republik sehen, bevor sie sich Anfang

Januar 1997 an das Songwriting des zweiten Albums EXPOSURE heranwagen. Das erscheint am 5. Mai des gleichen Jahres und birgt eine große Überraschung in sich: THUMB haben die Marschrichtung geändert. Keine unnötigen Hüpfer, keine plattgefahrenen Parolen, keine Langeweile. THUMBs neuer Sound ist zackig und gleichzeitig so erdig, dass nicht nur den Kritikern die Münder offen stehen bleiben. Ohne Druck haben sie es geschafft, den Crossover-Klischees zu entspringen. Die Fans nehmen diese Entwicklung dankbar auf, die nachfolgenden Live-Shows werden für THUMB nicht zur Routine, sondern zum Erfolgserlebnis.

Selbst nach Amerika führt sie der Weg, wo sie 1998 bei der Vans Warped Tour neben den Deftones, Bad Religion, NoFX und vielen weiteren in drei Wochen und dreizehn Shows vor knapp 180.000 Zuschauern spielen. Ausgepowert begeben sie sich in eine längere Pause - aus der sie beinahe nicht wieder zurückgekehrt wären.

Die THUMB-freie Zeit nutzen die einzelnen Bandmitglieder dazu, sich in anderen Bands auszutoben, einen Tattooladen zu eröffnen oder einfach privaten Interessen nachzugehen. Die Vorbereitungen auf das dritte Album rollen Anfang 2000 langsam an, werden jedoch durch den Ausstieg von Gitarrist Axel Hilgenstöhler Mitte des Jahres jäh unterbrochen. Im Anschluss an diesen Schock setzt zu allem Überfluss noch die kreative Krise bei der Band ein. THUMB stehen kurzzeitig vor einem Scherbenhaufen. Erst mit dem neuen Axel an den sechs Saiten und der damit zurückgefundenen Bandchemie geht es wieder aufwärts. Alle zuvor erarbeiteten Stücke wandern in den Mülleimer. Claus schaut auf diese Phase zurück: "Es ging nicht darum, dass wir einen neuen Gitarristen finden, der einfach die Lücke füllt. Wir wollten mal wieder als Einheit richtige Songs schreiben. In den zurückliegenden drei Jahren haben wir das immer wieder krampfhaft versucht, doch unsere Ansprüche wurden nie richtig befriedigt."

Die wiedergefundene Kraft verleiht ihnen fast Flügel. Wer gedacht hat, dass THUMB mit EXPOSURE auf dem Höhepunkt ihres Schaffens angekommen wären, muss sich eines Besseren belehren lassen. Während die alten Crossover-Wegbegleiter mittlerweile fast alle die Segel gestrichen haben, kehren die Gütersloher mit einer wuchtigen Crossover/Hardcore/Alternative-Dampframme zurück, die in diesem Genre und in diesem Land ihresgleichen sucht.

Das neue Album zeigt Fortschritte, nicht nur beim Energielevel. THUMB kommen durch die Vordertür, und zwar ohne Schlüssel. Brachial, gewaltig, mit viel Groove, intelligenten Arrangements und einer Menge Wut im Bauch drängen sie ins Rampenlicht. Der Sound ist sehr dicht, man kann viele Zugänge finden und sich auf kleine Entdeckungsreisen begeben. "Bei THUMB ging es nie darum, billig auf die Zwölf abzurocken", erklärt Claus. "Unser Vorhaben war immer tiefgründiger. Das wollten wir natürlich mit Sounds belegen. Die erste Auskopplung des dritten Albums, ‘Down Like Me’, ist ein typisches Beispiel dafür, dass THUMB-Songs mehr sind als einfache Hüpfanleitungen." ‘Down Like Me’ drückt sich sprichwörtlich durch die Boxen. FETT! Steffen treibt den Song mit stoischer Urkraft voran, Axels Gitarrenschübe sind gemein wie Seitenstiche, Jan Hendrik bietet ein schönes blubberndes Polster, Claus mischt sich mit mehrstimmigen, wütenden Argumenten ein, und Lupe setzt verkettende Nuancen, die den Sound zusammenschweißen. Hinzu kommen psychedelische Soundverschachtelungen und elektronische Elemente, die an Portishead erinnern. Diese Single ist ein Auftakt nach Maß, die restlichen Songs stehen dem aber in nichts nach.

Am 26. Februar 2001 schlossen THUMB nach 43 Tagen die Arbeit im Studio ab, danach stand nur noch der Album-Mix in den Düsseldorfer Skyline Studios an. Der Titel des dritten Werks ist schlicht und einfach "3". Am 21. Mai erschien mit ‘Down Like Me’ die erste Auskopplung des Albums. Das Album selber ging dann ab dem 25. Juni über die Ladentheken und ging sofort von 0 auf Platz 54 der deutschen Media Control Charts. Für die Nächsten Monate ist für die Band ersteinmal folgendes angesagt, nämlich live spielen!






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"3" 2001
"EXPOSURE"
1997
"ENCORE"
"1996"



Tourdiary: THUMB on tour 2001.
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Chris`"Thumb photo album"...
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THUMB Studio Report von 2001.
Direkt aus dem Studio zu den Plattenaufnahmen von "3".
Photos, Rezepte, Gedanken...
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